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Und zwar ohne Schiffbruch zu erleiden.

Um Elternzeit oder Teilzeit als Mann oder gar Führungskraft im Betrieb  um- oder durchzusetzen, braucht es die richtige Strategie, damit es nicht nur beruflichen, sondern auch Familienerfolg  gibt. Dies darf man nicht unterschätzen, wie ich aus eigener Erfahrung weiß.

Der Einfachheit unterstelle ich, dass meine Tipps aus „Familienerfolg“ (Familienrad) erfolgreich umgesetzt wurden. D.h. Sie wissen, was Ihnen im Leben wichtig ist und haben mit Ihrer Partnerin eine gemeinsame Lebensplanung entwickelt.

Ziel ist es, weniger zu arbeiten, um mehr Zeit für Frau und Kinder zu haben, ohne beruflich all zu sehr zurück stecken zu müssen. Da stellen sich natürlich Fragen wie: Behalte ich meine Aufgaben, meine Kollegen und meinen Verantwortungsbereich in der Firma? Wie reagieren Vorgesetzte und Kollegen? Was bedeutet das für meine Karriere?

Ich empfehle eine 3-Punkte-Strategie:

  1. Analysieren und entscheiden: Klarheit
  2. Kommunizieren und umsetzen: Diplomatie
  3. Konsequent dran bleiben: Durchsetzungskraft

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Ad1) Analysieren und entscheiden

Was sind Ihre beruflichen Ziele und Prioritäten, was ist Ihnen wichtig? Befürchten Sie einen dauerhaften Karriereknick, lässt sich was später „nachholen“ oder geht was für immer verloren? Es gibt Männer, die wurden gefeuert, weil sie Elternzeit beantragt haben. Sicherlich ein Extremfall und rechtlich auch nicht haltbar. Aber will man da dann noch arbeiten? Was hilft es, wenn man vor Gericht gewinnt, und man die Entschädigung einstreicht? Fragen Sie sich: Worauf kann ich verzichten, wo kann ich zurückstecken? Was bin ich bereit zu riskieren? Da muss man sich mitunter dumme Kommentare anhören: „Wie du läßt dich degradieren? Du hast doch soviel erreicht.“ Überlegen Sie sich im Vorfeld, wie Sie antworten, wenn der Chef sagt: Dann müssen Sie die Abteilung wechseln, oder Verantwortung abgeben oder dann sind Sie nicht mehr Führungskraft und und und. Machen Sie sich vorher über jede erdenkliche Aussage Gedanken, spüren Sie sich ein, haben Sie für alles eine Antwort parat! Lassen Sie sich nicht den Wind aus den Segeln nehmen!

Ad 2) Kommunizieren und umsetzen

Was sagen Sie wann wem und wie? Sagen Sie gleich die ganze Wahrheit oder betreiben Sie Salamitaktik? Also erst mal vorfühlen, wie der Chef reagieren würde, wenn man so etwas beabsichtigen würde. Nur mal so provisorisch. An der Reaktion können Sie viel ablesen. Manchmal hilft auch dumm stellen. Wenn Sie erzählen, Sie hätten gehört bei Firma xy würde jemand Elternzeit machen, dann können Sie ja mal abwarten, was dann passiert. Irritation, Unverständnis, Gelächter. Oder vielleicht ganz das Gegenteil? Ich weiß von einer Firma, die hat das Thema so gelöst, dass der erste, der in Elternzeit ging, aus der obersten Führungsriege war. Dies wurde auf einer Mitarbeiterversammlung berichtet und dazu ermuntert, es ihm nachzutun. Sensationell! Das nenne ich Führung. Mit gutem Beispiel voran gehen und dann dies allen kommunizieren. Das geht natürlich in den wenigsten Unternehmen. Da muss man sich auch fragen: Informiere ich über meinen Entschluss oder bin ich gesprächsbereit? Stelle ich meinen Vorgesetzten vor vollendete Tatsachen oder bin ich gesprächs- und kompromissbereit? Ganz entscheidend ist auch in welcher Reihenfolge ich kommuniziere. Da kann man häufig in Fettnäpfchen treten. „Wieso weiß der das schon, aber ich nicht.“ Damit hätten Sie Ihre Chancen gleich deutlich verschlechter. Hier stellt sich die Frage, gibt es einen Betriebs- oder Personalrat, der sie berät, oder jemand aus der Personalabteilung, welche Erfahrungen haben Kollegen gemacht, hat jemand schon vor Ihnen Elternzeit oder Teilzeit genommen? Wie ist das gelaufen? Dies sind ganz entscheidende Dinge. Vielleicht gibt es ja irgendwelche Firmeninterna (Betriebsvereinbarungen…) zu berücksichtigen? Achtung: je nach Gesprächspartner brauche ich auch eine andere Taktik: wer ist Freund, wer Feind?

Ad 3) Konsequent dran bleiben

Haben Sie dann die Entscheidung gefällt und kommuniziert, heißt es in den nächsten Monaten, vor allem, wenn Sie Teilzeit arbeiten, standhaft bleiben. Kollegen werden Sie verspotten, oder gar unter Druck setzen, Sie ernten Unverständnis, oder Mitleid. Wenn das nicht funktioniert, wird man Sie versuchen zu locken, mit neuen Projekten und tollen Aufgaben. Hier ist Vorsicht geboten. Braucht man Sie wirklich ganz dringend, oder sind das nur andere Methoden, um Ihr „Unwesen“ zu bekämpfen. Hier kann man seine Resilienz nutzen und ausbauen, diese Phase ist nicht leicht. Wenn Sie sie „bestehen“, wird man Sie nach und nach in Ruhe lassen, der ein oder andere wird Sie beneiden und es vielleicht sogar zugeben. Und wer weiß, vielleicht sind Sie ein Vorreiter für anderen, die es Ihnen danken werden.

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Manches, was Sie jetzt gelesen haben, mag dramatisch klingen, es sind aber alles eigene oder Erfahrungen meiner Klienten. Viele Unternehmen reden über Familienfreundlichkeit und Vereinbarkeit, aber was in der Realität passiert ist dann was anderes. Also bitte, nehmen Sie Unterstützung in Anspruch, wenn nicht von mir, dann von jemand anderem, aber tun Sie es, der Familie zuliebe.

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