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Also aus purem, gesunden Egoismus.

Hierzu folgende Geschichte. Es wurde jemand gefragt, ob er jemand anderem helfen würde. Sofort schossen dem Gefragten Gedanken in den Kopf wie: So weit kommt es noch, dass ich diesem Menschen helfe, bei allem, was er mir und den anderen angetan hat. Gefühle wie Ärger, Wut, ja sogar Hass stiegen in diesem Menschen empor. So stark, dass er darüber erschrak. Die Ärgernisse und Verletzungen waren Jahre her, und dennoch so präsent. Da fiel dem Menschen ein, dass er kürzlich über das „Verzeihen“ las. Dort stand: Wenn ich einem Menschen etwas nachtrage, dann trage ich eine schwere Last. Nicht der andere, der mir vermeintlich was angetan hat. Außerdem gibt der andere meine Richtung vor, ich laufe hinterher. Ich bin fremd gesteuert. Will ich das wirklich? Und wenn ich mich über etwas ärgere, wer ärgert mich tatsächlich? Wiederholen Sie laut und deutlich den Satz: Ich ärgere mich über…. Es ist egal, worüber Sie sich ärgern. Entscheidend ist, dass SIE SICH ärgern. Niemand sonst ärgert Sie.

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Das heißt im Umkehrschluss: Wenn ich mich selbst ärgern kann, dann kann ich auch entscheiden, dass ich mich nicht mehr ärgere. Ich habe die Macht darüber. Ich muss nur erst erkennen, dass ich verantwortlich bin. Wenn ich in die Verantwortung gehe, sie übernehme, dann habe ich Macht und Kontrolle und kann aufhören, mich zu ärgern. Damit mache ich mir nur selber negative Gefühle. Wenn ich mich also nicht mehr ärgere, nicht mehr nachtrage, dann verzeihe ich dem anderen. Egal was er mir angetan haben mag. Es liegt an mir, diese negativen Gefühle zu beenden. Das heißt, ich verzeihe dem andern aus reinem, aber gesundem Egoismus. Wenn ich verzeihe, geht es mir selbst besser. Das ist eine tolle Erfahrung, die ich jedem wünsche.

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