dawn-190053_1280

Dass der Zeit- und Leistungsdruck

im Berufsleben seit Jahren steigt, kann jeder täglich nachlesen. Wahrscheinlich sogar am eigenen Leib spüren. Es trifft nicht nur Manager in den Topetagen der Industrie, sondern fast alle, die im Berufsleben stehen. Auch wenn man nicht viel verdient oder riesen Verantwortung trägt. Jeder muss Gas geben, muss in derselben Zeit mehr leisten.
Was noch nicht so bekannt ist, dass es auch Menschen trifft, die nicht im Berufsleben stehen. Aber auch da, gibt es Zeitdruck, zu viele Rollen, denen man gerecht werden muss, Leistungsdruck und, und, und. Die Rede ist von Schülern und Hausfrauen.

mathematics-757566_1920

Die Ansprüche an Schüler steigen, heutzutage hat man in der ersten Klasse schon Englisch, was man früher viel später, wenn überhaupt hatte. Nicht, dass Englisch ein furchtbar schweres Fach wäre (wobei man da streiten kann), aber es geht mit vielen Fächern und Themen so. Immer früher immer mehr und schwierigere Dinge lernen (müssen). In jedes Schuljahr wird mehr reingestopft. Dann gibt es noch Förderunterricht und in den Ferien lernt man in Lerncamps auch noch irgendwas. Um nach- oder vorzuarbeiten. Und nachmittags, nach Hausaufgaben? Montags dieses Hobby, dienstags jenes, Mittwoche Nachhilfe usw. Freizeitstress. Manche Eltern meinen es vielleicht zu gut. Man will ja schließlich nur das Beste für seine Kinder, also auch die höchstmögliche Schule. Weil es ja nur so auch etwas mit den Zukunftsperspektiven wird.

laundry-413688_1920

Und die Hausfrauen? Eine Hausfrau ist nicht nur Hausfrau: Sie ist Putzfrau, Erzieherin, Taxifahrerin, Nachhilfelehrerein, Krankenschwester, Ehefrau, Näherin, Büglerin, 24-Std. Live Support für die eigene Brut und multitaskingfähiger Projektmanager. Freizeit, Feierabend????? Was ist das denn? Viele verschiedene Rollen, Aufgaben, immenser Zeitdruck und kaum Möglichkeit, mal durchzuschnaufen. Der Tag beginnt um 6.30 und endet gegen 23.00 Uhr. Und manchmal kommen nächtliche „Noteinsätze“ dazu. Kinder kann man nicht ausschalten wie einen Fernseher. Und in manchen Familien scheint selbst der keinen Aus-Knopf zu haben.

Woran liegt’s? Und vor allem, was tun? Nun, die oben beschriebenen exogenen, also von außen einwirkenden, Faktoren, lassen sich nicht alle und nicht sofort verändern. Aber viel wichtiger sind die endogenen, also von innen wirkenden „Faktoren“, die es überhaupt erst ermöglichen bzw. erleichtern, dass mich die Rahmenbedingung irgendwann überrollen und erschöpfen lassen. Prädestiniert für eine Erschöpfungsdepression, im Volksmund unter Burnout bekannt, ist man, wenn man sehr perfektionistisch ist, sich nicht abgrenzen kann und weniger Wertschätzung erfährt, als man braucht. Wenn dies dann zu lange andauert, wird’s gefährlich. Also Obacht: Wenn ich zu viel Arbeit habe, keine Anerkennung bekomme, nicht genau weiß wofür ich verantwortlich bin, zu viel Verantwortung trage, dauernd zwischen verschiedenen Rollen hin und her springe und keine ausreichenden Einflussmöglichkeiten haben, um Dinge zu verändern, dann muss ich ganz gut auf mich achten. Sollten Sie das Gefühl haben, dass Sie betroffen sind, wenden Sie sich an einen Arzt oder Therapeuten… Hauptsache, Sie lassen sich helfen.

paperclip-168336_1920

Hieran könnten Sie merken, dass was nicht stimmt:
• Lust- oder Antriebslosigkeit
• andauernde Erschöpfungszustände
• ständige Gereiztheit
• Rückzug von anderen Menschen
• schlechter Schlaf, oder Sie werden schnell müde, Schlaf ist nicht erholsam

… um nur ein paar Beispiele zu nennen.

Was kann man frühzeitig (präventiv) tun, wenn man merkt, so langsam wird es mir zuviel? Eigentlich ganz einfach, aber wie wir wissen, was einfach gesagt (oder geschrieben ist), ist in der täglichen Routine und harten Realität ganz schwer umzusetzen. Hier ein paar Beispiele:

• Treffen mit Freunden und Bekannten, reden, austauschen
• Gemeinsame Freizeitaktivitäten wie Sport oder Hobbies
• Eine Kur machen
• Entspannungstechniken erlernen, wie Yoga oder Meditation
• Eigene Ansprüche runter fahren

Wichtig ist, dass man den ersten Schritt tut. Am besten mit anderen gemeinsam, dann fällt es leichter. Und keiner sollte sich zu schade sein, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Das sollte sich jeder wert sein.

Advertisements